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Interview

Kult vom Kap.

Mit 4G Wines hat der deutsche Unternehmer Philipp G. Axt den ersten Kultwein aus Südafrika geschaffen. Marc Almert, Sommelier­Weltmeister und Weinexperte im Zürcher Hotel Baur au Lac, ist Fan der ersten Stunde und erklärt, was diesen Tropfen so besonders macht.

Marc Almert an seinem Arbeitsplatz:
Die Weinkarte im Zwei­Sterne­Restaurant Pavillon des Baur au Lac
in Zürich umfasst 600 Positionen.

Herr Almert, Sie sind 29 Jahrealt, arbeiten seit 15 Jahren in der Spitzengastronomie und haben Titel abgeräumt, von denen andere ihr Leben lang träumen. Wie haben Sie das gemacht?
Ursprünglich wollte ich Physiker wer­den. Das war mir aber buchstäblich zu trocken. Essen, reisen und mich mit anderen Menschen darüber unterhal­ten, das hat mir immer Spaß gemacht. Nach einem Schülerpraktikum im Hotel und einer Hotelfachausbildung wusste ich, dass mich das Thema Wein in sei­ner grenzenlosen Vielfalt am meisten begeistert. Mit Winzern zu reden, einen Wein zu verstehen und das den Gäs­ten zu vermitteln, das ist für mich das Schönste an meinem Beruf.

Wann sind Sie den Weinen von 4G zum ersten Mal begegnet?
Ein Jagdhorn­Ensemble spielte Wagner – zur Präsentation des G. 2013 Waldwe­ben, benannt nach einer Szene aus dem »Siegfried«. Ich war neugierig, hatte schon viel davon gehört. Worauf man in einem solchen Moment am meisten achtet, ist die Länge am Gaumen: Wenn er im Mund richtig Spaß macht und am Gaumen noch lange nachzuschmecken ist, hat er Struktur und Potenzial. Hier war sofort klar, dass es sich um einen großen Wein handelt.

2010 kam der erste Wein von 4G auf den Markt und stellte bei Blindverkostungen gleich die Kon- kurrenz von Cheval Blanc bis Pétrus in den Schatten. Wie kann das sein?
In vielen Weingütern gehen die Trauben vor dem Pressen über ein Sortierband. Bei 4G wird jede Beere von Hand kontrolliert. Die Präzisionsarbeit fängt aber schon im Weinberg an. Ein eigenes Team arbeitet in ausgewähl­ten gepachteten Parzellen am Western Cape, teilweise nur wenige Reihen groß. Das ist tolles Winemaking. Es sorgt für den spannenden und andauernden Nachhall, die volle Frucht und die Struktur, die dem Wein sein Reifungspotenzial be­schert. Viele gut strukturierte Weine sind in der Jugend bitter und tanninbetont, der G. ist perfekt ausbalanciert.

Die Essenz von 4G
Der reinsortige Tresterbrand The Spirit of G.

Ideal für den Weinbau
Das sonnige südafrikanische Westkap, hier wachsen die Trauben.

Die Flaschen sind ein Sonderformat aus Frankreich, die Kapseln werden in Österreich gefertigt, das Iroko-Edelholz für die Kisten stammt aus Ghana, der Kork kommt aus Portugal. Was macht so viel Individualität mit einem Wein?
Innovation in der Weinbranche finde ich grundsätzlich gut. Viele berühmte Weine kommen aus Einzellagen. Bei 4G hat man bewusst einen anderen Weg gewählt und nach den besten Parzel­len und den besten Rebstöcken gesucht. Das anschließende Cuvetieren, den Saft dieser unterschiedlichen Trauben zueinem wunderschönen Ganzen zusam­menzustellen, ist eine große Kunst. In Kombination mit der äußeren Hülle entsteht so ein Gesamtkunstwerk.

Haben Sie einen Favoriten?
Den G. 2013 Waldweben. Er hat so viel Potenzial, dass ich es spannend finde, zu beobachten, wie er sich mit den Jahren entwickelt. Mag man es kräftiger, typisch Übersee, trinkt man ihn jetzt. Schätzt man die Stilistik von eleganten, gereiften Bor­deaux, lässt man ihn noch mindestens fünf Jahre liegen. Der Zweitwein The Echo of G. ist jung getrunken etwas charmanter und zugänglicher als sein großer Bruder.

Gibt es einen Wein, dem Sie persönlich verbunden sind?
Ich komme aus Deutschland, deshalb packt mich immer wieder diese unnachahmliche Schiefernase eines Moselrieslings. Außer­dem liebe ich südafrikanische Weine. Sie sind geniale Speisenbegleiter. Auch der 4G hat diesen wunderbaren Geruch, eine Mischung aus Frucht und Würze. Wenn ich das in der Nase habe, bin ich sofort wieder in Südafrika und stehe am Simonsberg. Wenn ein Wein es schafft, einen so zu bewegen, dann ist er spannend!