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Samstag10–20 Uhr
Restaurants und Bars in unserer Sechsten
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Moët & Chandon Bar 12–22 Uhr
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Heute geöffnet: 10–20 Uhr

König goes KaDeWe

Bisher stellte die König Galerie ihre Künstler in Berlin nur in der ehemaligen St.-Agnes-Kirche aus. Mit einem Pop-up im KaDeWe geht der »Popstar unter den Galeristen« neue Wege.

Johann König verlor als Kind fast vollständig seine Sehkraft. In seiner Biografie »Blinder Galerist« beschreibt er, wie er die Welt der Kunst wahrnimmt und die brutalistische St.-Agnes-Kirche in Kreuzberg in eine Galerie verwandelte

Q: Sie zeigen in Ihrer Galerie Kunst, laden aber auch in die Räume zum Yoga ein. Zusammen mit Ihren Künstlern entwickeln Sie Produkte, und nun expandieren Sie ins KaDeWe. Sie haben keine Berührungsängste?
A: Wir machen vieles anders, weil wir gelernte Gewohnheiten ­brechen wollen. Die Pop-up-Fläche ist auch für uns ein spannendes ­Experiment. Dort sind unsere Künstler für ein breiteres Publikum sichtbar. Ein allgemeines Problem des Kunstmarktes ist die komplizierte Erreichbarkeit. Also versuchen wir, Schwellen abzubauen, um mehr Menschen für Kunst zu begeistern.

Q: Was wird auf der Pop-up-Fläche im Homeatelier in der 5. Etage passieren?
A: Keine Ausstellungen, sondern eine Art dreidimensionale Visitenkarte, die unser gesamtes Spektrum abbildet. Wir verkaufen dort unsere König Souvenirs: die Hausbar von Anselm Reyle, Tennisbälle des Künstlerduos Elmgreen & Dragset, eine Yogamatte von Jeppe Hein, unseren EUnify Hoodie und Schachfiguren von Gregor Hildebrandt — letztere sind übrigens allesamt Unikate. Aber es gibt auch andere kleinere Originale, dazu unser Magazin und Kunstkataloge, um einen Kontext zu schaffen. Der Fokus liegt jedoch auf unseren Editionen.

Q: Was hat es mit den Editionen auf sich?
A: Das sind Objekte und Drucke in limitierten Auflagen von Künstlern wie Jorinde Voigt, Alicja Kwade, Claudia Comte, Michael Sailstorfer oder Norbert Bisky. Einige davon beziehen sich auf ein existierendes Original, andere wurden eigens dafür gestaltet. Die Auflagen sind dabei immer gering, es bleibt also etwas Besonderes. Gleichzeitig sind Editionen erschwinglicher und damit eine schöne Gelegenheit, etwas von einem Künstler zu kaufen, den man liebt, von dem man sich aber vielleicht nichts Großes leisten kann.

Q: Was macht das mit Kunst, wenn sie in einem Kaufhaus ausgestellt ist?
A: Sie wird noch deutlicher zur Ware. Gleichzeitig hilft der Kontext dem Kunden bei der Einordnung. Wenn man die Markenwelt des Department Stores schätzt, dann schätzt man vermutlich auch das, was wir dort präsentieren. Persönlich habe ich viel Freude an einer Seife des Künstlers ­Erwin Wurm oder unseren Salz- und ­Pfefferstreuern von David Shrigley. Kleine Dinge, die das Leben positiv bereichern, unterbrechen oder irritieren.

Q: Die Demokratisierung der Kunst?
A: Absolut! Wir versuchen immer, Editionen zu machen, die ich selbst auch kaufen würde. Ein Druck von Jorinde Voigt ist in etwa ein Viertel so groß wie eines ihrer Gemälde, bringt aber eine ähnliche Energie rüber.

Q: Der Autor Émile Zola bezeichnete einst Warenhäuser als »Paradies der Damen«. Werden sie gerade zum Paradies für Kunstliebhaber?
A: An vielen Orten gibt es zumindest schon ein Miteinander! Unsere Dependance in Tokio befindet sich im Haus der Marke MCM. Viele große Labels zeigen in ihren  Bouti­quen heute Kunst, außerdem gibt es bereits Galerien in Shoppingmalls. An solchen Orten finden ­die Werke quasi zwischen den Waren statt. Dieses Zusammen­­bringen von Retail und Kunst finde ich sehr spannend.

Interview
Celina Plag

Fotografie
Lukas Gansterer